Sport und Wetten sind eine heikle Verbindung. In der Vergangenheit wurden immer wieder Wettkämpfe durch den Einfluss der Wettmafia verschoben.
Im Ausland werben Sportteams schon seit Jahren völlig legal mit Wettanbietern auf dem Trikot. In Deutschland war dies lange tabu, der neue Glücksspielstaatsvertrag hat allerdings neue Möglichkeiten eröffnet.
Wettanbieter: Im deutschen Fußball nur Nebensponsoren
15 der 18 aktuellen Bundesligavereine zählen einen Wettanbieter zu ihren Sponsoren. Auf dem Trikot eines Bundesligisten prangt freilich kein einziger Anbieter von Sportwetten, sie sind lediglich als Nebensponsoren auf Werbebanden oder Interviewboards präsent. Einen Wettanbieter als Hauptsponsor gab es zuletzt in der Saison 2006/07, als “bwin” bei Werder Bremen und 1860 München eingestiegen war.
Allerdings mussten beide Vereine das Sponsorenlogo nach einem eiligen Gerichtsbeschluss alsbald kaschieren, weil derartige Werbung für private Wettanbieter in Deutschland damals verboten war.
Der neue Glücksspielstaatsvertrag und die Folgen
Das hat sich mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag geändert, der seit dem 1.7.2012 in Kraft ist und der es zunächst 20 privaten Wettanbietern erlaubt, legal in Deutschland zu operieren. Als Ausgleich für diese Konzessionsentscheidung erhält der Staat fünf Prozent der Spieleinsätze.
Auch die Sportvereine und -verbände werden an den Einnahmen der privaten Wettanbieter beteiligt. Ferner ist seit dem 1.7. auch das Trikotsponsoring durch Wettanbieter in Deutschland legal geworden.
Davon haben bislang vor allem die Handballvereine THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt Gebrauch gemacht, die seit dieser Saison „Lotto“ bzw. „bet-at-home“ auf der Brust tragen. Im Fußball werben bislang nur unterklassige Vereine wie Türkiyemspor Berlin („betfair“) oder der VfL Neumünster („mybet“) für Wettanbieter.
Spanien, Italien und Frankreich: Ein Paradies für Wettanbieter
Ganz anders im Ausland: Dort hat sich „bwin“ im Jahr 2007 mit Real Madrid einen der dicksten Fische geangelt. Das Unternehmenslogo war auch lange auf der Brust des AC Mailand zu sehen.
Seit 2012 liest man den Schriftzug „interwetten“ auf dem Trikot des zweimaligen Europapokalsiegers FC Sevilla.
Auch Italien und Frankreich stehen hoch im Kurs: Noch in der Saison 2011/12 warben Juventus Turin, Olympique Lyon und Olympique Marseille für „betclic“.










